Evangelische Kirche Baden   Gesamt: 72580   Heute: 62   Gestern: 18   Diesen Monat: 604   Zur Zeit Online: 1   /   Freitag, der 22. Juni 2018  
 
  
Theologisches Forum > Schule im Ausnahmezustand - WamS 19-6-2011
 


Die neue Landesregierung will eine Gemeinschaftsschule bis zur Klasse 10 einführen. Ein Bericht in der WELT AM SONNTAG zeigt, dass es dazu viele gute Begelitprogramme braucht, mehr Lehrer und Sozialarbeiterinnen, mehr Betreuer und bessere Schulhausausstattungen und kleinere Klassen.
Sonst...
Lesen Sie selbst!

Ich bin nicht gegen neue Schulförderungen, Intergration, Inklusion - wenn Sie aber so dilletantisch durchgeführt werden wie in Berlin, dann wird die Schule und mit ihr die nächsten Schulergenerationen versenkt werden!!

M.S.

Schule im Ausnahmezustand


Eintrag vom: 19.06.2011
Aktualisiert am: 21.12.2013

On the way to nowhere 
    
Dieser Eintrag hat 1 Kommentar Kommentar zu diesem Beitrag schreiben>>
Komentar geschrieben von Bühner aus derzeit Singen am 29.10.2012    Kommentar bearbeiten

Mich wundert's schon lange nicht mehr
Zugegeben, beim Lesen dieses Artikels kriecht einem ganz unmerklich, vor allem als Lehrer, das Grauen den Rücken hinauf. Im Gespräch mit KollegInnen meiner Generation, die wir kurz vor der Pensionierung stehen, herrscht unisono die Meinung vor: Zum Glück trifft uns das nicht mehr. Wie das Ansehen unseres Berufsstands in den letzten 40 Jahren buchstäblich den Bach hinunterging, das hätte man als Berufsneuling nicht für möglich gehalten. Die Respektlosigkeit, wie sie teilweise an Elternabenden schon zu spüren ist, ist unglaublich.
Was erbrachte denn die PISA-Studie? In Deutschland wird zuwenig Geld für die Bildung ausgegeben. Und die Konsequenz unserer Politiker daraus? Bildung ist in Deutschland keine Investition in die Zukunft, sondern ein Kostenfaktor. Und das spüren wir Lehrer denn auch. Statt mehr Geld für dringend notwendige Reformen ins System zu buttern, wurde lediglich der Druck auf uns Lehrer erhöht. Diese "faulen Säcke" taten ja einfach zu wenig. Wie kam es dann, dass der Lehrerberuf, was Stress und sonstige Belastung angeht, von je her zu denen mit der geringsten Lebenserwartung zählte? Ich bewundere jede/n, die / der bei dieser heutigen Sachlage noch Lehramt studiert. Entweder hat er / sie ein falsches Bild vom Beruf, oder es handelt sich um tatsächliche Idealisten. In der Medizin ist es aus gutem Grund üblich geworden, Spezialisten auszubilden, die dann an entsprechenden Zentren ihren Dienst verrichten. Nicht so bei uns Lehrern: die sollen alles können und in einer extrem heterogenen Gruppe dann inklusiv mit 25 und mehr Schülern arbeiten - ein Wahnsinn!!! Das funktioniert nur, wenn - wie in Finnland - man nicht allein im Klassenzimmer ist. Aber dafür ist - wie gesagt - hierzulande kein Geld da; aber nach außen will man dennoch "fortschrittlich" sein. Warum hatte das alte mehrgliedrige Schulsystem denn diesen Erfolg (bis dieser ab den 70er-Jahren zerredet wurde)? Weil man längst wusste (Untersuchungen hierzu gibt's auch heute), dass Kinder in lernhomogenen Gruppen besser lernen. Aber komme man unseren Polit-Akteuren bloß nicht mit Wissenschaft; nein, Ideologie ist doch viel wichtiger. Diese Ideologie zerstört wissentlich und willentlich unsere Familien, die Grundlage des Lernens sind. Und kaputte Familien konnten noch nie Kinder in dem Sinne lebenstüchtig machen, dass sie später gesellschaftsfähig waren. Die ersten Auswirkungen bekommen wir doch längst mit ...
Unser Bischof Fischer forderte unlängst, dass der Lehrerberuf in der Gesellschaft wieder mehr Achtung erfahren müsse. Dem ist nichts hinzuzufügen!

 
<< Zurück