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Berichte > Hilzinger Jugendforum
 


Im Umfeld der Arbeit an der neukonzeption der Grund- und Hauptschule in Hilzingen hat Pfarrer Stahlmann angeregt, ein Jugendforum einzuberufen. Gemeinsam sollen Jugendliche und Erwachsene die Fragen und Wünsche der Jugendlichen in der Gemeinde besprechen und Wege und Lösungen finden, um Projekte mit der Jugend für die Jugend voranzubringen.
Pfarrer Stahlmann hat Anfang Mai zum ersten Jugendforum eingeladen und beinahe alle Gruppen und Vertreter fanden sich mit einer großen interessierten Öffentlichkeit im Gemeindezentrum zusammen. Das Wochenblatt informierte ausführlich über das Treffen, das im Juli zur zweiten Sitzung zusammenkommen will.
M.S.


Der Jugend eine Stimme (Oliver Fiedler / Wochenblatt)

Hilzinger Jugendforum mit gutem Start
Hilzingen (of). Rund 60 Besucher, davon tatsächlich mehr als die Hälfte auch Jugendliche aus den verschiedensten Gruppierungen haben am Montagabend zum ersten Hilzinger Jugendforum zusammengefunden, das Pfarrer Matthias Stahlmann moderierte. Das Forum kam ja auch deshalb zustande, da sich Stahlmann zur Situation der Jugendarbeit in der Gemeinde anlässlich der Einführung von Schulrektorin Monika Klich seine ganz eigenen Gedanken gemacht hatte. Gleich zu Beginn des Treffens wurden die anwesenden aufgefordert, ihr Problem gleich mit zu schildern: die Skater stören sich an den Glasscherbern auf ihrem Platz, die vom "Zäpflehaus" haben Probleme mit Besucher, die sich rücksichtslos verhalten wie in der nacht auf den ersten Mai, die Jugendlichen vom Schlosspark sorgen auch mit Scherben und lauter Musik aus den Autos in der Nacht für Probleme, es gibt eine ganze Menge an kirchlicher Jugendarbeit, dann eine Jugendinitiative FKK in der Gemeinde, neu hat sich in Twielfeld eine Eltern-Kinder Initiative gegründet weil es dort keine Angebote hat. In Duchtlingen, so klagte eine Mutter, gäbe es auch keine Möglichkeiten für Jugendliche außerhalb der Vereine. Dafür ist die jugendlichen in der Musikschule, beziehungsweise der Jugend-Bigband Soundblaster eine eingeschworene Gemeinschaft, die stolz darauf sind, etwas zusammen zuwege zu bringen. Bürgermeister Franz Moser sagte, dass er eher zu zuhören gekommen sei, trotzdem stellte er die Frage, was man - bei allen Problemen - den jugendlichen bieten könne, damit sich diese nicht bevormundet fühlten - und dafür bereit seien verantwortlich zu handeln. Ideen kamen von einem Zuhörer auf, zum Beispiel im ehemaligen Rathaus Räume zu schaffen, die Treffpunkt für die Jugendlichen sein könnten. Dr. Joachim Kaiser sieht es als hilfreich an, doch Leute für künftige Treffen des Jugendforum einzuladen, die positive Erfahrungen mit offener Jugendarbeit gemacht haben, zum Beispiel vom Jugendtreff Volkertshausen, den Moser als bestes Beispiel aus dem Kreis anführte. Die wichtigste Entscheidung des Abends: es wird weitere Treffen geben bei denen gemeinsam an der Frage weiter gearbeitet werden kann, welche Jugendarbeit, welche Angebote für Jugendliche in Hilzingen nötig sind, und was dafür getan werden kann. Dieses Forum soll wirklich im Großteil von Jugendlichen besetzt sein, es wurde auch von Seiten aller Gruppen signalisiert, dass die Bereitschaft da ist, sich einzubringen. Ein nächstes Treffen, so Matthias Stahlmann, soll nach der Fußball-WM stattfinden. Eine Starthilfe kam von Claudia Schrenk vom Unternehmen KMS Schrenk. Anlässlich der Gewerbeschau wurden in Unternehmen Küchenbretter und Klick-Klack Kugeln produziert und für den guten Zweck verkauft. Es kamen so 770 Euro zusammen, die gleich als Startkapital übergeben wurden. Die Ministranten in Hilzingen möchte auch gleich einen Beitrag zum Start leisten und lädt deshalb auf Freitag, 12. Mai, 18 bis 14 Uhr zu einer Party mit DJ in den Kirchenkeller ein.

Kommentar von Oliver Fiedler

Zusammen
Das Bild konnte einen schon froh Stimmen wenn man in Hilzingen die verschiedensten Vertreter von Gruppierung an einen Tisch rücken sah. Noch braucht es vielleicht einen Moderator mit Feingefühl, aber klarer Marschrichtung wie Pfarrer Matthias Stahlmann, denn es ist klar, dass so manche Gruppe ihren Claim abgesteckt hat und eher Berührungsängste zu anderen sozialen Phänomenen unserer Gesellschaft zeigt. Doch wer miteinander redet, der lernt nicht nur verstehen, es kann etwas gemeinsames dabei herauskommen das vielleicht auch einen gemeinsamen Nenner für die Jugend in Hilzingen darstellt, die vielleicht zu unrecht nur in die Sauf- und Pöbelschublade gesteckt wird. In Hilzingen besteht die Möglichkeit die Jugendarbeit und das Selbstverständnis der Jugend auf neue Beine zu stellen. Und diese Chance sollte unbedingt genutzt werden.
Aus: Wochenblatt 10.5.06





Eintrag vom: 10.05.2006
Aktualisiert am: 09.05.2008

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